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Jelinek T et al., 16. Dezember 2025 - Die weltweite Inzidenz von Dengue-Fieber hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Infolgedessen ist das Infektionsrisiko erheblich gestiegen, was im Jahr 2024 u.a. in verschiedenen europäischen Ländern zu einer Rekordzahl an importierten Fällen führte. Anfang 2023 kam TAK-003 in Deutschland auf den Markt. Jelinek et al. initiierten eine aktive Nachbefragung, um Daten zur Verträglichkeit des Impfstoffs bei Reisenden zu gewinnen.
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Fazit

Nebenwirkungen durch TAK-003 kamen häufig vor, der Impfstoff war jedoch im Allgemeinen gut verträglich. Die gleichzeitige Verabreichung weiterer Impfstoffe führte zu einer Zunahme systemischer unerwünschter Ereignisse. Vorliegende Erhebung liefert weitere Erkenntnisse über den zeitlichen Verlauf und die Merkmale unerwünschter Ereignisse im Zusammenhang mit TAK-003 und kann die Entscheidungsfindung bei der Impfung von Reisenden ohne Dengue-Erfahrung unterstützen, so die Experten.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass nach der Verabreichung von TAK-003 (Qdenga®) Nebenwirkungen zwar häufig auftreten, die meisten Fälle jedoch nicht schwerwiegend sind und kein Risiko für die Impflinge darstellen. Die Wissenschaftler des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin erhoben im Rahmen der prospektiven, auf Selbstauskünften basierenden Studie zwischen Februar 2023 und Februar 2025 anonyme Informationen zu den demografischen Daten und Reisezielen aller Geimpften, die TAK-003 erhielten. Die Forscher kontaktierten alle geimpften Personen, die zuvor ihre Einwilligung erteilt hatten, 4 Wochen nach der Impfung per Post und baten diese, einen anonymisierten Online-Fragebogen auszufüllen. Die Umfrage umfasste Fragen zum Alter, Geschlecht, Ort und Datum der Impfung, zum Reiseziel, zur Art, Intensität und Dauer von unerwünschten Ereignissen (adverse event; AE), zu Reisen nach der Impfung und zur Diagnose einer Dengue-Infektion sowie zu Begleitimpfungen nach der ersten und zweiten Dosis von TAK-003. Der Fragebogen enthielt geschlossene und offene Fragen mit der Möglichkeit, alle wahrgenommenen AE anzugeben. Die Antworten auf die offenen Fragen fassten die Forscher zur weiteren Analyse zusammen.

Insgesamt verabreichten die Wissenschaftler 56.459 TAK-003-Dosen und erhielten 11.827 (39,0 %) anonyme Informationen. Eine frühere Dengue-Infektion gaben 4,8 % der Probanden an. Zu den Reisezielen gehörten 181 Länder, wobei die 3 am häufigsten genannten Thailand, Indonesien und Indien waren. Insgesamt 47,5 % der Probanden gaben ein Auftreten lokaler AE, 41,4 % systemischer AE an. Die meisten systemischen AE traten in der zweiten Woche nach der Impfung auf und waren von kurzer Dauer (~1-3 Tage). Zu den häufigsten AE gehörten lokale Schmerzen bei 72,2 % der Probanden, lokale Schwellungen bei 61,3 %, lokale Hautrötungen bei 47,2 %, grippeähnliche Symptome bei 58,4 %, Müdigkeit bei 59,6 %, Fieber bei 79,5 %, Gelenkschmerzen bei 59,0 % und Muskelschmerzen bei 64,7 %. Hautausschläge (76,3 %) und Juckreiz (81,6 %) hielten bis zu 7 Tage an. Hinsichtlich des Schweregrads stuften die Experten die meisten lokalen Ereignisse als sehr schwach, schwach oder mittel ein. Systemische Nebenwirkungen zeigten sich teils als stark oder sehr stark: starke grippeähnliche Symptome bei 24,2 % bzw. sehr starke Symptome bei 7,4 % der Probanden, Müdigkeit bei 22,9 % bzw. 6,6 %, Fieber bei 26,7 % bzw. 9,6 %, Gelenkschmerzen bei 22,4 % bzw. 11,0 %, Muskelschmerzen bei 16,8 % bzw. 6,9 %, Hautausschlag bei 25,0 % bzw. 13,9 %, Juckreiz bei 14,6 % bzw. 6,6 % sowie „Sonstiges“, hier vor allem Kopfschmerzen, bei 29,2 % bzw. 13,6 %. 5 Probanden berichteten über Nebenwirkungen, die potenziell als schwerwiegende AE eingestuft werden könnten: ein Hashimoto-Rückfall, das erstmalige Auftreten einer Hyperthyreose, Myokarditis, sterile Meningitis und Thrombosen in beiden Beinen. 564 Probanden gaben an, vor der Impfung eine Dengue-Infektion durchgemacht zu haben. Im Vergleich zu den immunologisch naiven Geimpften zeigten sich signifikante Unterschiede bei lokalen Schmerzen (42,2 % bei Vorinfektion gegenüber 48,0 % bei Naiven) sowie bei lokalen Erythemen (20,2 % gegenüber 28,0 %), während die Wissenschaftler bei anderen AE keine Unterschiede feststellten. 62,3 % der Probanden erhielten zwischen 1-4 Begleitimpfungen. Jene mit weiteren Impfungen erlitten signifikant häufiger AE als jene ohne Begleitimpfungen.